Diez steht nach zwei Todesfällen unter Schock
Diez steht unter Schock: In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde ein Ehepaar tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Polizei schließt ein Beziehungsdrama nicht aus.
Von außen deutete nichts darauf hin, was sich in dem kleinen Familienhaus unweit der Diezer Kläranlage „In der Au“ am vergangenen Wochenende zutrug. Als die alarmierte Polizei in der Nacht zum Montag in das Haus eindrang, fand sie Grausames vor. Da das Haus beim Eintreffen der Polizei stark verqualmt war, wurde die Feuerwehr hinzu gerufen. Diese fand in dem Haus zwei leblose Personen; Reanimationsversuche verliefen negativ. Bei den Toten handelt es sich um die beiden Bewohner, eine 41-jährige Frau und ihren 58-jährigen Ehemann. In der Nähe des Hauses wurde ein Bekannter der Familie angetroffen und vorläufig festgenommen.
Wie vor Ort zu vernehmen ist, könnte es sich um schreckliches Familiendrama gehandelt haben. „Gegen 23 Uhr ist der jüngere der beiden Söhne der Familie zu uns gerannt. Er erzählte von einem Mann mit Schusswaffe, der Vater, Mutter und seinen ein Jahr älteren Bruder bereits seit Tagen in dem Haus gefangen halten soll und unter Vorhaltung einer Waffe zur Einnahme von Tabletten zwinge. Der Vater sei schon seit Donnerstag tot“, so berichtet ein Nachbar. Außerdem habe der 13-Jährige, der offenbar einen günstigen Augenblick nutzte, um dem Haus zu entkommen, genau berichtet, wie der Vater ums Leben gekommen sei: Der Mann, bei dem es sich um den Liebhaber der Mutter handeln soll, habe dem 58-Jährigen Tabletten sowie eine Flüssigkeit verabreicht und ihm danach den Mund zugeklebt. Der Vater sei offensichtlich an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Zu den Umständen, wie die Familienmutter ums Leben kam, konnten genauso wenig Angaben gemacht werden, wie zu den Ursachen des Feuers. Nachbarn hatten keinen großartigen Kontakt zu der betroffenen Familie: „Sie lebten abgesondert und isoliert.“
Auch wenn die beiden Söhne der Opfer den Festgenommenen erheblich belasten, bleiben nach Angaben der Kriminalpolizei Koblenz nach ersten umfangreichen Ermittlungen sehr viele Fragen offen, was die Rekonstruktion der Geschehnisse vom zurückliegenden Wochenende in Diez betrifft.
„Sowohl die ersten Ergebnisse des noch vorläufigen Tatortbefundes als auch die bislang durchgeführten Befragungen und Vernehmungen lassen nach wie vor die gesamte Bandbreite vom Unfallgeschehen bis zum Tötungsdelikt offen – oder eine Kombination von allem“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 41-jährigen Berliner, der zumindest in der Vergangenheit ein Verhältnis zu der toten Frau unterhalten hat. Der aktuelle Status dieser Beziehung ist allerdings unklar. Ebenfalls ist nicht sicher, ob der Geburtstag des weiblichen Opfers – die Frau ist am Sonntag 41 Jahre alt geworden – Anlass für den Besuch war. -rwe-

