Kriminalstatistik der Polizeidirektion Limburg-Weilburg für das Jahr 2009

Höchste Aufklärungsquote im Landkreis mit 60,6 % Erneuter Kriminalitätsrückgang um 2,7 %
Freitag, 22.01.2010
Kriminalstatistik der Polizeidirektion Limburg-Weilburg für das Jahr 2009

Kriminalitätsentwicklung: Im Landkreis Limburg-Weilburg gab es erstmals eine Aufklärungsquote über der 60%-Hürde. In Fortsetzung der Steigerungen der letzten Jahre wurde die Rekordmarke von 60,6 % erreicht (57,7 % in 2008 - siehe Anlage 1). Damit trug die Polizeidirektion Limburg-Weilburg nicht unwesentlich zu dem historischen Höchststand der Aufklärungsquote im Land Hessen von 57,8 % bei (57,1 % in 2008).

Erfreulich ist, dass die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten, die in Hessen seit Jahren rückläufig ist, bei einem Rückgang um 0,1 % (- 335 Fälle) landesweit auf niedrigem Niveau gehalten werden konnte. Im Landkreis Limburg-Weilburg ging in 2009 die Anzahl der aufgenommenen und bearbeiteten Straftaten sogar um 2,7 % auf 9.577 Straftaten zurück (- 262, siehe Anlage 2). Der Rückgang der polizeilich registrierten Kriminalität summiert sich damit im Landkreis in den vergangenen zwei Jahren auf 403 Fälle (- 4 %).

Mit dem Rückgang an Straftaten reduziert sich auch die Häufigkeitszahl (HZ), eine statistische Größe zur Kriminalitätsbelastung pro 100.000 Einwohner, kreisweit von 5.663 auf
5.544 und liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6.711 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Die kontinuierliche Verbesserung der Aufklärungsarbeit und die Senkung der Kriminalitätszahlen sind das Ergebnis der innerhalb der Polizeidirektion vorgenommenen Anstrengungen zur Optimierung der Kriminalitätsbekämpfung. Dies lässt sich nur mit einem Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern realisieren, die sich mit den Sicherheitsbelangen der Bevölkerung identifizieren, akribisch ermitteln und sich entsprechend den Anforderungen an eine moderne Kriminalitätsbekämpfung fachlich weiterentwickeln. Polizeidirektor Volker Pfeiffer spricht hierfür allen Kolleginnen und Kollegen seinen besonderen Dank aus.

Auf Grund dieser polizeilichen Anstrengungen müssen potentielle Straftäter gerade im Landkreis Limburg-Weilburg damit rechnen, dass sie ermittelt und der Strafjustiz zugeführt werden. Dabei kommt der Tatortarbeit unter Nutzung moderner Möglichkeiten der Spurenauswertung und EDV-Anwendungen eine ständig wachsende Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund hat Polizeidirektor Volker Pfeiffer speziell zur weiteren Verbesserung der Tatortaufnahme und Spurensuche im vergangenen Jahr eine Regionale Tatortgruppe aufgestellt, die im Zwei-Schichten-Rhythmus 16 Stunden an Werktagen abdeckt und zudem an Wochenenden eingesetzt wird. Damit steht sie auch als zusätzliche polizeiliche Präsenz für Fahndungsmaßnahmen zur Verfügung. Zudem konnten durch die Einrichtung der Tatortgruppe auch Freiräume im 24-Stunden-Dienst geschaffen werden, die eine stärkere polizeiliche Präsenz (u. a. Erhöhung von Polizeikontrollen) zur Verbesserung der Sicherheit der Menschen in der Region ermöglichen

Die gute Aufklärungsleistung der Polizei ist aber auch das Ergebnis von couragierten Bürgerinnen und Bürgern, die nicht wegsehen, sondern die Polizei von ihren Beobachtungen zu möglichen Straftaten in Kenntnis setzten und sich als Zeugen zur Verfügung stellen.

Hauptlast und Veränderungen

Eigentumsdelikte machen den größten Teil an Straftaten aus. Bei den einfachen Diebstählen wurden 1.996 Fälle registriert, bei den schweren Diebstählen waren es 1.311 Fälle. Dazu kommen noch 2.245
Vermögens- und Fälschungsdelikte, was sich zu einem Gesamtanteil an Straftaten von 58 % (55,7 % in 2008) addiert.

Nach der Häufigkeit folgen 1.133 Sachbeschädigungen (11,8 %), 800 Körperverletzungen (8,4 %) und 469 Rauschgiftdelikte (4,9 %).
Die noch verbleibenden 1.623 Straftaten (16,9 %) verteilen sich auf das übrige Strafgesetzbuch und die strafrechtlichen Nebengesetze (siehe Anlage 3).

Bedeutende Veränderungen an polizeilich registrierten Straftaten gab es erfreulicherweise wieder bei den Sexualdelikten. Nach 37,9 % Rückgang in 2008 waren es in 2009 mit 104 Fällen nochmals 15,4 % weniger als im Jahr zuvor.
Ebenfalls rückläufig waren die Fallzahlen beim einfachen und schweren Diebstahl um 267 oder 7,5 %, dagegen hat die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 335 Fälle oder 17,5 % zugenommen.

Deliktsbereiche

Im Jahr 2009 wurden die Ermittlungen zu 14 Fällen von Straftaten
gegen das Leben abgeschlossen. Zu erwähnen sind hier folgende:

• In den frühen Morgenstunden des 7. Februars 2009 war auf einem
Wirtschaftsweg von Villmar Richtung Runkel ein junger Mann aus Weilmünster angefahren und etwa 250 m weit mitgeschleift worden. Der 18-jährige Schüler, der zuvor eine Feier in Villmar besucht hatte, ist dabei getötet worden. Noch am gleichen Tag konnte der 18-jährige Autofahrer aus Brechen ermittelt und unter dringendem Tatverdacht festgenommen werden; sein Beifahrer war ein 26-jähriger Mann aus Runkel.
• In der Nacht zum 16. Mai war in einer Ferienwohnung in Bad Camberg
eine 34-jährige Frau mit einem Gürtel erdrosselt worden. Der tatverdächtige Ehemann konnte nach umfangreichen Fahndungsmaßnahmen zwei Tage später am Frankfurter Hauptbahnhof festgenommen werden.
Gegen den 40-jährigen Griechen aus Bielefeld, der mit seiner Frau drei Kinder hat, wird derzeit verhandelt.
• Ebenfalls getötet wurde am 21. Juni ein junger Mann in Löhnberg.
Der 24-jährige Osteuropäer aus Weilburg war an einem Messerstich ins Herz gestorben. Zwei Tage nach der Tat konnte ein 31-jähriger Georgier aus Löhnberg festgenommen werden, gegen den ebenfalls zurzeit verhandelt wird.
• Am 14. September war nach einer Auseinandersetzung im Hof einer
Gaststätte in Weilmünster ein 41-jähriger Mann von einem Jugendlichen niedergeschlagen worden. Der 16-jährige hatte seinem Opfer mit einem Baseballschläger schwere Kopfverletzungen zugefügt.

Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen zur Tötung eines Obdachlosen am 4. Oktober 2009 in Limburg. Der 45-jährige Mann war an einer Bushaltestelle in der Eisenbahnstraße durch Messerstiche so schwer verletzt worden, dass er eine Stunde nach seinem Auffinden im Krankenhaus verstarb. Nach intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei hat sich ein Anfangsverdacht gegen einen 43-jährigen ebenfalls obdachlosen Mann ergeben; das Verfahren dauert noch an.

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat sich die Fallzahl von 123 auf 104 erneut deutlich verringert. Rückläufig war vor allem die Verbreitung pornografischer Schriften von 51 auf 22 Fälle, dagegen ist die Anzahl bekannt gewordener Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern von 16 auf 34 angestiegen.

Unter dem Sammelbegriff Rohheitsdelikte sind alle Straftaten zu verstehen, die bei dem Opfer mit Ängsten oder Schmerzen verbunden sind. Dazu gehören Raubstraftaten, Körperverletzungen, Freiheitsberaubungen, Nötigungen, Bedrohungen und auch die Nachstellungen (Stalking). Die Gesamtzahl der Fälle hat sich von
1.293 auf 1.271 (- 1,7 %) leicht verringert. Darin enthalten sind auch 152 Fälle häuslicher Gewalt innerhalb von ehelichen oder nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Erfreulich ist, dass hier ein Rückgang um 51 Fälle gegenüber dem Vorjahr festzustellen ist. Jede der Polizei bekannt gewordene Straftat im Bereich häuslicher Gewalt wird angezeigt und somit der Täter oder die Täterin aus der Anonymität der "eigenen vier Wände" herausgeholt. Für die Opfer gilt ein besonderes Gewaltschutzgesetz, welches frühzeitige und konsequente Interventionsmöglichkeiten bietet. Das führt letztlich auch zu einer höheren Anzeigebereitschaft. Zudem erhalten Opfer zeitnah Hilfsangebote über die "Koordinierungsstelle Häusliche Gewalt" bei der Opferhilfe Limburg-Weilburg.
Seit 2009 gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg auch ein neues Gruppenangebot für gewalttätige Männer, Konflikte ohne Gewalt lösen zu lernen; Träger der Maßnahme ist die Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e. V. in Kooperation mit der Gerichtshilfe bei der Staatsanwaltschaft Limburg.
Die besonders gravierenden Raubstraftaten sind von 86 auf 72 (- 16,3
%) zurückgegangen, wobei 12 Geschäfte, 8 Tankstellen, 2 Geldinstitute und eine Poststelle betroffen waren. Zwei Drittel der Raubstraftaten wurden aufgeklärt, so auch die Überfälle auf die beiden Geldinstitute und die Poststelle Fälle von Handtaschenraub gab es im vergangenen Jahr keine, dagegen
11 in 2008.
Bei den Körperverletzungen wurden 800 Fälle registriert, einer mehr als im Jahr zuvor (siehe Anlage 4). Damit ist hier ein weiterhin hohes Niveau gegeben. Zu den Körperverletzungen gehören auch die gefährlichen und schweren Fälle, beispielsweise unter Nutzung einer Waffe, mittels eines hinterlistigen Überfalls oder auch durch mehrere gemeinschaftlich begangen. Diese besonderen Formen der Körperverletzung sind mit 301 Fällen leider angestiegen (2008 = 273).
Diese auch landesweit erkennbar gestiegene Gewaltbereitschaft dürfte auf die seit Jahren zu beobachtende Verringerung der Hemmschwelle in Konfliktsituationen sowie auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft zurückzuführen sein.
Die Bereiche Bedrohung (170), Nötigung (154) und Nachstellung (64) blieben in etwa auf Vorjahresniveau. Speziell die Ermittlungen zum Stalking machen deutlich, dass belastende Auseinandersetzungen, meist nach abgebrochenen Beziehungen, auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Die Zahl der einfachen Diebstähle ist um 197 auf 1.996 zurückgegangen (- 9 %). Allein der Ladendiebstahl hat in der Gesamtzahl einen Anteil von 30 % (604 Fälle).
Ebenfalls rückläufig sind die Fallzahlen bei den Diebstählen unter erschwerenden Umständen (Einbrüche und Aufbrüche), sie haben um 70 auf 1.311 abgenommen (- 5,1 %). Insgesamt sind die Diebstahlsdelikte im Landkreis um 7,5 % zurückgegangen, landesweit um 3,6 %.
Trotz der Rückgänge hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche (siehe Anlage 5) um 57 auf 207 gemäß dem landesweiten Trend erhöht. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre (202
Fälle) und zeigt ein relativ sicheres Niveau im ländlichen Raum (von
1994 bis 1999 gab es pro Jahr noch durchschnittlich 248 Fälle). Bei diesem das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung berührenden Bereich wurde in 2009 durch die Einrichtung einer Tatortgruppe die Tatortarbeit weiter intensiviert, um noch stärker eine Tataufklärung herbeizuführen.
Von den Wohnungseinbrüchen wurde ein hoher Anteil von 43 % nicht vollendet, also knapp die Hälfte ist im Versuchsstadium abgebrochen worden. Dazu tragen sowohl eine aktive Nachbarschaft, aber auch die regelmäßigen, im Rahmen der Präventionsarbeit stattfindenden kreisweiten Aufklärungskampagnen der Polizeidirektion Limburg-Weilburg zum Thema Einbruchschutz mit einem Beratungsmobil bei. Im Anschluss kommt es immer wieder zur Umsetzung von einbruchshemmenden Maßnahmen auch durch Privatpersonen. Wenn in ein Wohnhaus eingebrochen worden ist, bietet die Limburger Polizei grundsätzlich eine individuelle Sicherheitsberatung an. Von diesem Angebot kann natürlich jederzeit Gebrauch gemacht werden, am besten vor einem Einbruchsversuch.
Das kostenfreie Beratungsangebot gilt selbstverständlich auch für Firmen, Geschäfte oder Gaststätten. Einbrüche in Verkaufsräume gab es im vergangenen Jahr 62 (+ 14), in Gaststätten 42 (- 3).
Die Anzahl der Autoaufbrüche ist im vergangenen Jahr ebenfalls um 40 Fälle auf 348 angestiegen (+ 13 %). Ursächlich dafür war insbesondere ein 30-jähriger Drogenabhängiger aus Kasachstan, der eine Serie von
68 Autoaufbrüchen im Raum Hadamar und Limburg begangen hatte. Dazu kam eine weitere Serie von 13 Aufbrüchen an Limburger Berufsschulen, die drei junge Männer im Alter von 16 bis 21 Jahren verübt hatten.
Nicht nur in diesen beiden Serien konnte die Polizei Fahndungserfolge erzielen und Täter festnehmen, sondern das gelang erstmals für knapp 40 % aller Autoaufbrüche.
Der seit Jahren rückläufige Trend bei Autoaufbrüchen ist in der Anlage 6 ersichtlich.
Im Zusammenhang mit Autoaufbrüchen appelliert die Polizei immer wieder, keine Wertgegenstände wie Handtaschen, Geldbörsen, Handys, Laptops oder Navigationsgeräte in den Fahrzeugen zurückzulassen.
Selbst die sichtbar angebrachte Scheibenhalterung für ein Navigationsgerät kann schon zum Einschlagen der Seitenscheibe und der Absuche des Autos nach dem Gerät führen.
Der Pkw-Diebstahl hat sich erstmals seit Jahren leicht von 40 auf 43 erhöht. Dieses niedrige Niveau hat sich im ganzen Land seit Jahren stabilisiert und ist insbesondere auf die technischen Verbesserungen in Kraftfahrzeugen zurückzuführen. Dagegen ist jedoch ein mangelhafter Diebstahlsschutz bei Motorrollern und Mopeds zu sehen, die oftmals nur mit dem Lenkerschloss gesichert abgestellt werden. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 133 motorisierte Zweiräder gestohlen worden (130 in 2008), von denen 41 (32 in 2008) überhaupt nicht gegen Wegnahme gesichert waren. Das entspricht einem gestiegenen Anteil ungesicherter Motorräder von 24,6 auf 30,8 %. Eine derart fahrlässige Verhaltensweise schreckt potentielle Täter nicht ab, sondern lädt sie eher zum Diebstahl ein.
Bei den entwendeten Fahrrädern ist das Missverhältnis noch krasser:
von 114 Rädern (+ 14) waren 67 überhaupt nicht angeschlossen (59 %).
Wer sein Eigentum mit einfachen Mitteln gegen Diebstahl schützen könnte, das aber unterlässt, muss eventuell auch mit versicherungsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten gab es eine deutliche Steigerung um 335 auf 2.245 Straftaten (+ 17,5 %). Diese Zunahme spiegelt sich fast ausschließlich im Betrug mit 1.850 Fällen wieder (+ 327). Betroffen sind im Wesentlichen der Leistungskreditbetrug
(+166 auf 253), das Erschleichen von Leistungen (+ 59 auf 106) und Warenbetrügereien (+ 43 auf 564). Dazu kommen Betrugsdelikte in Verbindung mit Internet-Verkaufsplattformen, die um 46 auf 163 Fälle zugenommen haben (+39,3 %).
Wesentliche Hinweise zur Sicherheit im Internet sind beispielsweise zu finden unter www.polizei-beratung.de, wo auch weiterführende Informationen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verlinkt sind.
Bei Veruntreuungen stieg die Zahl von 84 auf 91, wobei die aktuellen Fälle zum Nachteil des bischöflichen Ordinariates und weiterer Geschädigter noch nicht abgeschlossen und damit auch noch nicht statistisch erfasst sind.
Die Unterschlagungen haben um 10 auf 201 zugenommen, die Urkundenfälschungen um 7 auf 72. Dagegen sind die Insolvenzstraftaten von 32 auf 19 zurückgegangen und die Geld- und Wertzeichenfälschungsdelikte haben sich von 15 auf 12 verringert.

Weiterhin werden hohe Anstrengungen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im Landkreis Limburg-Weilburg unternommen. Im vergangenen Jahr wurden 469 Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz aufgedeckt und strafrechtlich verfolgt, das waren 21 mehr als im Jahr zuvor. Da es sich bei diesen Straftaten um Kontrolldelikte handelt, ist die Aufklärungsquote grundsätzlich hoch und lag für 2009 bei 97 %.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Drogenmilieu wird auch das Dunkelfeld der Beschaffungskriminalität erhellt, was zur Aufklärungsarbeit beiträgt.
Bei den ermittelten Rauschgiftdelikten handelte es sich in 174 Fällen um Cannabisprodukte (37,1 %), wobei der jüngste Konsument erst 12 Jahre alt war. In der Häufigkeit der Drogen folgten Amphetamine in
Pulver- oder Tablettenform (Ecstasy), Kokain und Heroin. Bei 67 Straftaten ging es um den Handel mit Betäubungsmitteln. In 24 Fällen war die Menge des gehandelten Rauschgiftes als bedeutend anzusehen.
Daran wird deutlich, dass die polizeilichen Fahnder ein besonderes Augenmerk auf den illegalen Handel mit Betäubungsmitteln haben. Für die überwiegend jungen Rauschgiftdealer im Alter von 20 bis 25 Jahren wurden meist Haftstrafen von 2 bis 4 Jahren verhängt.
An den direkten Folgen der Einnahme von Rauschgiften sind im vergangenen Jahr drei Männer im Alter von 31, 39 und 41 Jahren gestorben.

Zu den einzelnen Deliktsbereichen sind weitere Vergleichszahlen und Aufklärungsquoten der Anlage 7 zu entnehmen.

Kommunale Kriminalitätsbelastungen (siehe Anlage 8)

In drei Städten und sechs Gemeinden hat die Anzahl der registrierten Straftaten insgesamt um 488 Fälle abgenommen, in zwei Städten und acht Gemeinden dagegen um 226 Fälle zugenommen. Bleibt eine Differenz von 262 Straftaten zugunsten des Landkreises Limburg-Weilburg.
Erfreulich ist die Abnahme um 219 Straftaten für die Stadt Limburg mit seinen Stadtteilen (- 3,9 %). Weitere Rückgänge gab es in Löhnberg (- 64), Hünfelden (- 60), Beselich (- 54), Waldbrunn (- 36), Hadamar (- 32), Runkel (- 11), Selters (- 11) und Weinbach (- 1). Die Steigerungen bei den übrigen Kommunen bewegen sich zwischen 9 und 53 Fällen.
Die Straftaten in Bad Camberg haben sich um 53 auf 892 Fälle (+ 6,3
%) erhöht. Das liegt allein am Betrug mit einem Plus von 105 auf 232 Straftaten, wogegen beispielsweise Rohheitsdelikte um 20 Fälle auf 97 abgenommen haben. Auch in Elz mit einem Plus von 42 auf 431 Straftaten (+ 10,8 %) haben die Rohheitsdelikte um 20 Fälle auf 46 abgenommen, dagegen der Betrug um 110 auf 156 zugenommen.

Speziell in Limburg sind Straftaten, die das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung berühren, weiter rückläufig. Die Straßenkriminalität ging wiederum zurück und ist um 72 Fälle auf 805 gesunken (- 8,2 %; bereits 2008 gab es einen Rückgang um 5,7 %), insbesondere der Straßenraub hat sich von 25 auf 14 Fälle annähernd halbiert (- 44 %;
2008 gab es hier bereits einen Rückgang um 19,4 %). Diebstahlsdelikte haben um 122 auf 1.532 abgenommen (- 7,4 %) und Sachbeschädigungen um
75 auf 347 (- 17,8 %). Beim Wohnungseinbruch war ein Anstieg um 6 Fälle auf 49 festzustellen, wobei es im Jahr zuvor einen Rückgang um
8 Fälle gegeben hatte.

Bei der Verteilung der Kriminalität ergibt sich folgendes Bild:

39,7 % der registrierten Straftaten im Landkreis Limburg-Weilburg ereigneten sich in Limburg mit seinen sieben Stadtteilen (3.802 Fälle). Durch den Rückgang an Straftaten reduzierte sich die Kriminalitätsbelastung (Häufigkeitszahl) für Limburg auf 11.348 pro 100.000 Einwohner. Diese Zahl ist mit Blick auf die vielfältigen Pendlerbewegungen (Arbeitsplätze, Schulen), die attraktiven Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote sowie die sehr gute Verkehrsanbindung, die zu einer zeitweiligen Verdoppelung der Anzahl der Menschen führt, die sich in Limburg aufhalten, deutlich zu relativieren (hochgerechnet auf 60.000 Menschen würde sich eine Häufigkeitszahl für Limburg von 6.337 ergeben, die unter dem Landesschnitt von 6.711 liegt).
Zur Feststellung und Aufklärung der Straftaten sowie zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung in Limburg tragen eine verstärkte polizeiliche Präsenz und hiermit einhergehende auch vielfältige Kontrolltätigkeiten der Polizei durch die örtliche Polizeistation, die gemeinsamen zusätzlichen Fußstreifen von Polizeiposten und Ordnungsamt, verdeckte und offene Kontrollen in Bezug auf Drogen- und Straßenkriminalität, die Präsenz durch Kräfte des Freiwilligen Polizeidienstes und nicht zuletzt auch die Videoschutzanlage am Bahnhofsvorplatz bei. Zudem wird der Polizeiposten am Bahnhof in 2010 günstiger platziert und kann sich so der fortschreitenden Innenstadtentwicklung besser anpassen.

Nach Limburg folgen entsprechend der Häufigkeitszahl (HZ) die Stadt Weilburg mit 920 Fällen (HZ = 6.877), und dann bereits unter dem Landesschnitt Bad Camberg mit 892 Fällen (HZ = 6.289).
Die übrigen Städte und Gemeinden liegen zwischen 644 (Hadamar) und 79
(Elbtal) registrierten Straftaten. Die geringste Kriminalitätsbelastung hat Hünfelden mit einer Häufigkeitszahl von
2.287 (228 Straftaten).
Insgesamt liegen 13 Kommunen unter einer Häufigkeitszahl von 4.000, worin sich ein relativ hohes Sicherheitsniveau im ländlichen Raum widerspiegelt.

Tatverdächtige

Die Polizei im Landkreis Limburg-Weilburg konnte von den 9.577 Straftaten 5.807 aufklären und dazu 4.503 Tatverdächtige, so viele wie noch nie, ermitteln (siehe Anlage 9). Dabei handelt es sich um
3.464 männliche (76,9 %) und 1.039 weibliche Personen (23,1 %).
Der überwiegende Anteil mit 2.251 Tatverdächtigen (50 %) wohnte in der jeweiligen Tatortgemeinde, 1.169 im übrigen Landkreis und 431 in Hessen. Auf andere Bundesländer verteilten sich 634 Tatverdächtige und 153 wohnten zur Tatzeit außerhalb der Bundesrepublik Deutschland.
150 Tatverdächtige hatten keinen festen Wohnsitz.

Von den insgesamt 4.503 Tatverdächtigen hatten 958 keine deutsche Nationalität (21,3 %; in 2008 waren es 20 %). Landesweit beträgt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 31,9 %.
Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung im Landkreis Limburg-Weilburg liegt bei 7,8 %. Bei dem deutlich höheren Prozentanteil an nichtdeutschen Tatverdächtigen ist zu berücksichtigen, dass 353 (36,8 %) von ihnen zur Tatzeit außerhalb des Landkreises wohnten, aber dem heimischen Bevölkerungsanteil bei der Berechnung prozentual angelastet werden. Gleiches gilt für 64 weitere Ausländer ohne festen Wohnsitz. Auch sind Verstöße gegen das
Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz (60 Fälle) zu berücksichtigen, die ein Deutscher nicht begehen kann. Rechnet man diese "Abzüge" mit ein, so ergibt sich für die im Kreisgebiet legal lebenden Nichtdeutschen ein Tatverdächtigenanteil von etwa 12 % (13,7 % in 2008).

Ein besonderes Augenmerk gilt der Anzahl der Tatverdächtigen in den Altersgruppen unter 21 Jahren. Nicht selten neigen jüngere Menschen dazu, Grenzen, auch in Form von Gesetzen, zu überschreiten.
Speziell im Jugendalter, einhergehend mit der pubertären Entwicklung, werden Schutzräume verlassen und soziale Bindungen gelockert. Unter Gleichgesinnten gilt es, neue Freiheiten auszuleben und mit den vorhandenen Orientierungsmöglichkeiten zu experimentieren.
Nach den Erfahrungswerten der Polizei handelt es sich bei etwa 90 % aller von Jugendlichen begangenen Straftaten um sogenannte Episodenkriminalität, die in allen sozialen Schichten auftritt. Die große Mehrheit junger Tatverdächtiger lernt aus den Folgen ihrer Tat, auch verbunden mit den ungewollten Kontakten zu Kontrollinstanzen, und wird zukünftig nicht mehr straffällig. Besondere Beachtung ist jedoch beim Umgang mit langfristig delinquenten jungen Menschen erforderlich. Hier treffen meist zahlreiche Risikofaktoren und früh einsetzende psychosoziale Auffälligkeiten zusammen.

In der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen ist die Zahl der Tatverdächtigen gesunkenen. Bei Kindern verringerte sich die Zahl geringfügig von 180 auf 179 und bei Jugendlichen erfreulicherweise von 571 auf 502 (- 12,1 %).
Die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ), eine fiktive Vergleichsgröße bezogen auf 100.000 Personen der jeweiligen Altersgruppe, ist bei den Kindern von 8 bis 13 Jahren aufgrund einer geringeren Kinderzahl von 1.452 auf 1.530 leicht gestiegen.
Bei den Jugendlichen (14 bis 17 Jahre) ist die TVBZ im Landkreis Limburg-Weilburg von 6.761 auf 6.118 deutlich gesunken.
In der Altersgruppe der Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) nahm die Tatverdächtigenzahl im Vergleich zum Vorjahr wieder zu, von 411
(2007) und 452 (2008) auf 472. Die TVBZ ist damit von 7.025 auf 7.415 für das Jahr 2009 gestiegen.
Insgesamt haben die ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren einen Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen von 25,6 % gegenüber
26,9 % im Vorjahr.
Trotz dieses prozentualen Rückgangs an jungen Tatverdächtigen ist deren Anteil bei Gewalttaten regelmäßig überproportional hoch: 30,3 % bei allen Körperverletzungsdelikten; 39,6 % bei gefährlichen/schweren Körperverletzungen; 34,7 % bei Raubstraftaten.
Der Anteil an nichtdeutschen Tatverdächtigen unter 21 Jahren beträgt bei den Rohheitsdelikten insgesamt 19,6 %, bei allen Körperverletzungen 16,5 %, bei gefährlichen/schweren Körperverletzungen 15,5 % und bei Raubstraftaten 32 %. Der Bevölkerungsanteil in dieser Altersgruppe liegt bei 9 %.
Neben der Intensivierung der Repression bei den sogenannten "Schwellentätern", die sich auf dem Weg zu einer kriminellen Karriere befinden, ist der Präventionsarbeit nach wie vor ein hoher Stellenwert einzuräumen (siehe übernächster Absatz:
Präventionsmaßnahmen).

Opferangaben

Bei den Straftaten gegen das Leben, den Sexualdelikten und den Rohheitsdelikten, also den Fällen, die überwiegend mit physischer oder psychischer Gewalt einhergehen, waren insgesamt 1.435 Menschen als Opfer betroffen. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Abnahme um 10 Personen (- 0,7 %). Geschlechtsspezifisch überwiegt der Anteil männlicher Opfer mit 838 Personen (58,4 %).

Unter 21 Jahre alt waren 443 Opfer (- 43 Personen). In der Altersgruppe von 21 bis 59 Jahren hat es eine Zunahme um 36 auf 918 gegeben. Bei den über 60-jährigen waren 74 Personen betroffen (- 3 Opfer).
Betrachtet man den Gesamtanteil dieser Opfer in der Altersstruktur, dann sind die jungen Menschen (unter 21 Jahren) mit 30,9 % betroffen, ältere Menschen (ab 60 Jahren) mit 5,2 %.
Im Hinblick auf die Opferbetreuung besteht zwischen der Polizeidirektion und der Opferhilfe Limburg-Weilburg e. V., dem Frauenhaus und weiteren Hilfeeinrichtungen eine gute Zusammenarbeit.

Präventionsmaßnahmen

Die Polizeidirektion Limburg-Weilburg hat nach wie vor als besondere Zielgruppe junge Menschen im Blick und betreibt vielfältige Präventionsarbeit. Dazu gehören projektbezogene Diskussionen mit Schulklassen zu allen Bereichen der Jugendkriminalität, insbesondere zu Mobbing oder der mit Hilfe des Internets weiter tyrannisierenden Form des Cyber-Bullying, Gefahren neuer Medien, Gewalt unter Schülern und Missbrauch legaler sowie illegaler Drogen. Außerdem wird auf akute Situationen mit zielorientierten Präventionsmaßnahmen reagiert.
Auch das gewaltpräventive Schulprojekt "Prävention im Team" (PIT) unter Beteiligung von Lehrern, Sozialarbeit und Polizei wird inzwischen an zwei Schulen im Landkreis durchgeführt (Hünfelden-Dauborn und Selters-Niederselters).
Unterstützt wird die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch Aufklärungsarbeit der Polizei bei Elternabenden in Kindergärten und Schulen überwiegend zu den Themen Ansprechen von Kindern, Gewalt unter Schülern, neue Medien und Drogenmissbrauch.
Die Polizei ist zudem eingebunden in Lehrerfortbildungen zum Krisenmanagement an Schulen, im Rahmen der Gewalt- und Drogenprävention sowie zu den Bereichen Handynutzung und Internetgefahren.
Eine "Trouble-Line" für Schüler, Lehrer und Eltern zu den Jugendsachbearbeitern der Polizei in Limburg und Weilburg gibt es bereits seit dem Jahr 2002.

Im Herbst 2008 wurde in Zusammenarbeit mit dem PP Westhessen und der Staatsanwaltschaft ein "Kriminalpädagogisches Jugendprojekt"
eingeführt, bei dem ausgebildete Schülergremien die Funktion von Staatsanwaltschaft und Gericht übernehmen und geeignete Fälle polizeilich erfasster Jugenddelinquenz unter juristischer Begleitung aufarbeiten und auch ahnden. Ein positiver Effekt ist dabei nicht nur für die Delinquenten zu sehen, sondern auch innerhalb der Schülergremien und in deren Umfeld.

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es seit 15 Jahren eine Präventionskommission, die ein umfassendes Netzwerk in Verbindung mit allen Kommunen, sozialen Einrichtungen, Vereinen, Verbänden und Fachbehörden geknüpft hat, um darüber hinaus weitere Präventionsprojekte entwickeln bzw. aufgreifen und umsetzen zu können. Erforderliche Finanzmittel werden im Bedarfsfall durch den Verein Kriminalprävention Limburg-Weilburg e. V. getragen, dem neben Kreis und Kommunen auch sonstige Verbände und Privatpersonen angehören.
Die Geschäftsführung der Präventionskommission liegt bei der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, den Vorsitz hat der Landrat. In den unterschiedlichen Arbeitsgruppen ist jeweils auch die Polizei vertreten. Arbeitsfelder sind neben der Erziehung in Kindergarten und Schule sowie einer separaten AG Jugend auch Gewalt in der Familie, Opferbetreuung, Suchtprävention, Sicherheit im öffentlichen und privaten Bereich und Seniorenberatung.

Beim hessenweiten Suchtpräventionswettbewerb "Der Impuls" hat der Landkreis Limburg-Weilburg den 1. Preis gewonnen. Ausgezeichnet wurde das Projekt "Jugendschutz ist wichtig - wir machen mit!", bei dem es um Alkoholprävention und Jugendschutz bei Diskoveranstaltungen geht.
Dieses von der Polizeidirektion Limburg-Weilburg begleitete und von der Präventionskommission unterstützte Projekt des Landkreises passt exakt in die aktuelle Landeskonzeption des Hessischen Landeskriminalamts zur Alkohol- und Gewaltprävention auf öffentlichen Festen und Veranstaltungen unter dem Motto "Hessen feiert friedliche Feste". Hier erhoffen sich Polizeidirektion und Fachbereich Jugend des Landkreises auch bei der Fortsetzung ihrer Aktivitäten eine breite Unterstützung durch Eltern, Schulen, Vereine und Kommunen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der AG Jugend bildet das Thema Fallkonferenzen, um noch schneller und effizienter auf besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren reagieren zu können.
Auch ist die Erstellung eines Präventionsatlasses für den Landkreis Limburg-Weilburg ist in Arbeit, der die Präventionsaktivitäten in den Kommunen verdeutlichen soll.

Bereits 1997 wurde gemeinsam mit den Leitungen der weiterführenden Schulen ein Netzwerk zur Suchtprävention aufgebaut, das mit Schwerpunktsetzungen zu den Themen Haschisch und Ecstasy an weiterführenden Schulen umgesetzt wird durch Beratungslehrer und die Kooperationspartner Vitos-Klinik Hadamar, Arzneimittelhersteller Mundipharma Limburg, die Fachstelle für Suchtprävention und den Jugendkoordinator der Polizei.

Ausfluss aus der Arbeit der Präventionskommission sind auch die folgenden, in der Trägerschaft des Vereins Kriminalprävention Limburg-Weilburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Limburg-Weilburg initiierten Jugendprojekte:

• Medienkonsum und Lernverhalten (Aufklärungsfilm und
Elternberatung)
• Gewalt unter Mädchen (Autorenlesung in Schulen mit Diskussion)
• "Frieden beginnt im Klassenzimmer" (Ideenwettbewerb für Schulen /
unterstützt durch die beiden Kreissparkassen und die Nass. Sparkasse) Dieses Projekt bietet Schulen die Möglichkeit, bereits begonnene Präventivmaßnahmen zu verstärken und so für weitere Nachhaltigkeit zu sorgen.

Die Umsetzung der genannten Projekte erfolgte im Rahmen des Bundesförderprogramms "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus".

Weitere präventive Angebote für Kinder gibt es über "Papilio", ein vom Beta Institut entwickeltes Programm für Kindertagesstätten zur Vorbeugung gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt, das präventive Grundschulprogramm "Klasse 2000", ein Konfliktlösetraining, Streitschlichterprogramme und das Trainingsraummodell an Schulen.

Einen weiteren Schwerpunkt präventiver Arbeit bildet die Seniorenberatung mit Blick auf eine bessere Lebensqualität. Nicht nur Senioren nehmen in ihrer Anzahl zu, sondern auch der kriminelle Einfallsreichtum, illegal an den Besitz älterer Menschen zu gelangen.
Um zumindest einen Teil der insgesamt etwa 40.000 Senioren im Landkreis zu erreichen, ist es sinnvoll, in allen Kommunen ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater auszubilden und einzusetzen.
Ein Ausbildungskonzept wurde bereits von der Polizei entwickelt und nach Zustimmung durch den Seniorenbeirat im Kreis auch allen Bürgermeistern vorgestellt, die ihre Unterstützung zugesagt haben.

Neben der kreisweiten Präventionskommission gibt es auch kommunale Präventionsgremien in den Gemeinden Waldbrunn und Villmar sowie in der Stadt Hadamar. Schwerpunkt ist auch hier die Präventionsarbeit mit jungen Menschen. Das wird in Hadamar noch durch den "Schutzmann vor Ort" verstärkt, zu dessen Aufgabenbereichen auch der enge Kontakt zur Jugendpflege, zur Schulsozialarbeit und die Präventionsarbeit mit jungen Schülern zählen.

Für einen Zugewinn des subjektiven Sicherheitsgefühls im kommunalen Bereich durch mehr Präsenz an neuralgischen Punkten (u. a.
Jugendtreffs) sorgen auch die Freiwilligen Polizeihelfer, die in Limburg und Elz (seit 2006), in Hadamar (2008) und in Waldbrunn
(2008) verpflichtet werden konnten. Nach den bisherigen Erfahrungen wird die Streifentätigkeit dieser Helferinnen und Helfer von einer großen Akzeptanz in der Bevölkerung getragen.