Vortrag zur Bad Camberger Bahnhofstraße

Mittwoch, 15.02.2012
Veranstaltungsdatum: 
Freitag, 30. März 2012 - 19:30
Vortrag zur Bad Camberger Bahnhofstraße

Nach den Begehungen der Bahnhofstraße, die an zwei Tagen im Oktober sehr großen Anklang fand, entschlossen sich die beiden Stadthistoriker Michael Traut und Manfred Kunz, am Freitag, 30. März, um 19.30 Uhr, eine visuelle Präsentation zur Bahnhofstraße den interessierten Bürgern im Bad Camberger Kurhaus anzubieten.

Dabei ist es möglich, noch mehr Informationen zu den Bewohnern der Straße und den Häusern zu zeigen. Beide haben inzwischen aus der Bevölkerung viele historische Bilder und Informationen erhalten, die einen interessanten Einblick zur Entstehung und dem Leben der Straße bieten. Sie werden von Geschäften und Firmen berichten, die vor mehr als 100 Jahren hier tätig waren und schon lange verschwunden sind.

Neuerungen gingen nicht spurlos an Camberg vorbei

Das 19. Jahrhundert mit seinen technischen Neuerungen ging auch an Camberg nicht spurlos vorüber. Es hat die Lebensverhältnisse der Bürger grundlegend verändert, wie keine andere Epoche. Seit 1830 veränderte die Stadt ihr mittelalterliches Aussehen, als im damaligen Dombacher Weg und in der Limburger- und Frankfurter Straße die ersten Häuser errichtet wurden.

Der große wirtschaftliche Aufschwung kam mit der Planung und dem Bau der Bahnlinie der Hessischen Ludwigsbahn durch den Goldenen Grund. Camberg bekam einen Bahnhof, der weit ab von der Stadt lag. Die heutige untere Bahnhofstraße war eine Landstraße, die nach Beuerbach führte. 1870 begannen die Planungen für den neuen „Bahnhofsweg“ zum neuen Bahnhof, wo sechs Jahre später die ersten Züge einfuhren. Langsam entwickelte sich die Bahnhofstraße im unteren Bereich zu einer Geschäftsstraße, im oberen Teil zum ersten Camberger Gewerbegebiet.

Viele Einrichtungen haben ihre eigene Geschichte

Am Kirchplatz, wo die ersten Teile der Stadtmauer fielen, geht die visuelle Präsentation zur Kreuzung der B8 mit ihrer Ampelanlage. Das Gasthaus „Zur Eisenbahn“, der „Nassauer Hof“ als Absteige der Fuhrleute, Geschäfte, ein Fuhrbetrieb mit 15 Pferden, eine Steinmetzwerkstatt die alte Post, das E-Werk oder die erste Camberger Eisdiele waren Einrichtungen mit ihrer eigenen Geschichte.

Über dem Emsbach gab es die Brauerei, eine Anzahl von Feldbrennereien für Backsteine, bis hin zur „Chips-Fabrik“, wo die ersten Kartoffelchips für Deutschland geröstet wurden. Fünf hohe Fabrikschornsteine standen im Bereich der Straße, von deren Betrieben berichtet wird. Auch die Wohnhäuser mit ihren verschiedenen Baustilen aus mehr als 100 Jahren zeigen (oder zeigten!) ihr eigenes Aussehen, auf deren Geschichte eingegangen wird. Endpunkt ist der Bahnhof mit den ehemaligen Hotels „Zum Deutschen Kaiser“ und dem „Bahnhofs-Hotel“. Auch ein Blick über die Bahngleisen mit der Bauernhalle, dem Ringofen oder der Molkerei sind dabei.

Für die älteren Bad Camberger werden viele Erinnerungen geweckt, doch auch den Jüngeren wird sich einiges zeigen, an dem sie seither achtlos vorüber gingen.

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