"Blinder Eifer schadet nur"
Nach Einzug des närrischen Ministeriums, der Cambergia Lena Peuser und Prinz Christoph I. nebst Gefolge (beide verabschiedeten sich beim Publikum in ihre letzte Kampagne) wurden die Ehrungen für langjährige Vereinsmitgliedschaft im Carnevalverein Camberg 1832 e. V. vorgenommen, deren Berichterstattung an gesonderter Stelle dieses Portals zu finden ist. Der erste Bühnenauftritt der diesjährigen CVC Kappensitzung wurde dann eindrucksvoll durch die CVC Tanzmäuse im Matrosenanzug absolviert. Wie immer tanzten sie sich gleich in die Herzen der Zuschauer im voll besetzten Saal des Kurhauses.
Der Camberger Till, alias Helmut Thuy, widmete seinen Vortrag verschiedenen Abstrusitäten aus Politik und Gesellschaft. Dabei ging es um anfängliche Erfolgsgeschichten, die durch blinden Eifer beschädigt werden, weil die Gier nach Erfolg so ausgereizt wird, dass er sich in Misserfolg umwandelt. Seine Weisheiten wurden mit einem hoch professionellen Ballett-Solotanz von Isabella Schminke gekrönt. Zwei Prinzessinnen, Sabine Bogner und Sabine Flecks in süßen rosa Kleidchen, beklagten sich über ihr hartes Los. „Prinzessin sein, das ist wirklich schwer, wo krieg ich nur einen Prinzen her“. Sie haben doch schon alles versucht, sogar das Frösche küssen hat nicht funktioniert. Nach diesem lustigen Vortrag war Showtime angesagt, denn mit der WSC Tanzgruppe „Deja Vu“ wurden alle Gäste mit einem Augenschmaus unterhalten. Gleich danach, beim Auftritt der Altstadtfüchse, tobte der Saal vor Lachen über deren Bühnenoutfits und flapsigen Sprüche, die sie als „Altstadtpunker“ von sich gaben. Sie beklagten sich über das Schließen verschiedener Kneipen und die teilweise chaotische Verkehrslage in Bad Camberg und sangen dabei lauthals „wir ham den Kanal noch lange nicht voll.“ Wolfgang Herber bot sich als neuer Bürgermeister an und versuchte als „Parteikandiat“ das Publikum zu überreden, doch ihn bei der nächsten Wahl zu wählen. „In Camberg, das ist ein Malheur, sind viele Schaufenster leer“. Er schlug vor, Fastnachtsschaufenster einzurichten, in denen zum Beispiel der Elferrat tagt. Diese Idee wurde vom Publikum hervorragend aufgenommen.
Die originelle „Dirty Dancing“ Einlage des CVC Männerballetts amüsierte und man staunte über die „Anmut“ der Tanzpaare. Winfried Knechtel, der schon auf eine längere Laufbahn als „Karnevalist“ zurückblicken kann, erklärte allen, wie das Tragen seiner Narrenkappe ihn und andere Menschen verändere und er ließ ein bisschen Scheinheiligkeit durchblicken, was natürlich nur als Spaß zu verstehen ist. Die Rope Skipping Gruppe der Turngemeinde (Zitat CVC Präsident Willi Leisengang: Früher nannte man es „Hüpfseil“) sorgte wieder für einen überragenden Augenschmaus, der durch Sportlichkeit gepaart mit Anmut und Können, das Publikum in den Wilden Westen entführte. Olli Meurer, der Gaststar aus Oberselters, überzeugte mit seiner witzigen Büttenrede der anderen Art.
Ziemlich cool kam er daher und lästerte über dies und das. Seiner Meinung nach ist die Chance von einem Hai gebissen zu werden größer, als einen passenden Partner zu finden. Seinen Bauch hätte er vom Haarshampoo, denn auf der Flasche steht „Volumen und Fülle“. Jetzt wäscht er seine Haare mit Palmolive, denn dort steht: „Entfernt auch hartnäckiges Fett“. Vielleicht hilft´s. Die nächste Tanzdarbietung wurde vom CVC Frauenballett dargeboten und zeigte einen wunderschönen Holzschuhtanz, der teilweise mittels Schwarzlicht, für eine besondere Optik sorgte. Dann wurde es Zeit für die „Dummschwätzer“, die gleich mit zwei Auftritten brillierten. Walter Marx und Frank Martin Thies wetterten zuerst über verschiedene Ungereimtheiten, die sie auf diesem Wege einmal öffentlich machen konnten.
Der Showtanz „Die Glocken von Cambersch“ zielte auf das geplante Glockenspiel im Amthof Innenhof ab. Beeindruckend parodierte Lena Peuser das Lied „Die Glocken von Rom“, während ihre männlichen Kollegen im nicht ganz jugendfreien Outfit dazu auf Töpfe schlugen. Die CVC Showtanzgirls „Timpani“ sorgten bei ihrem Tanz für erneutes Staunen und tosenden Beifall. Sie waren als Polizistinnen verkleidet und verbreiteten mit passender Musik den Hauch einer spannenden Kriminalgeschichte. Danach erzählte Irmgard Abend von ihrem Urlaub am Meer und die Probleme, die sie sich damit eingehandelt hatte. „Ach wer ich doch nur in die Berje gefahrn“ war dann auch ihr Resümee, nachdem das Schwimmen lernen sich zu einem Drama entwickelte.
Zum Schluss der CVC Kappensitzung fungierten „Die Traddeler“, deren Musik und Gesang alle Gäste zum Singen und Schunkeln animierte, als wahre Stimmungskanonen. Dieser Abend sorgte wieder für Amüsement auf höchstem Niveau und Abwechslungsreichtum. Man darf sich schon jetzt auf die nächste Kappensitzung an der Großfastnacht im kommenden Jahr freuen. -ghe-
Fotos: Gisela Heinrich
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